Psychotherapie für Kinder
Wann brauche ich Psychotherapie?
Stell dir vor, dein Körper hat manchmal eine kleine Wunde, zum Beispiel, wenn du beim Toben hingefallen bist und ein aufgeschürftes Knie hast. Dann klebst du ein Pflaster drauf, und nach ein paar Tagen ist alles wieder gut.
Aber weißt du was? Nicht nur unser Körper kann sich verletzen, sondern auch unsere Gefühle. Manchmal hat man nämlich eine Wunde im Herzen oder im Kopf, die man von außen gar nicht sehen kann.
Das kann sich zum Beispiel so anfühlen:
Du bist ganz doll traurig und musst weinen, weißt aber gar nicht genau, warum.
Du hast plötzlich vor vielen Dingen Angst, obwohl du eigentlich weißt, dass dir nichts passiert.
Du bist so wütend wie ein kleiner Vulkan und weißt nicht, wohin mit deiner ganzen Energie.
Oder du hast ganz viel Streit im Kopf und kannst nachts einfach nicht mehr gut schlafen.
Wenn so ein Gefühl riesengroß wird und von ganz alleine nicht mehr weggehen will, dann ist das ganz schön anstrengend. Und genau dafür gibt es die Psychotherapie.
Ein Psychotherapeut ist ähnlich wie ein Arzt, aber nicht für Spritzen oder Hustensaft, sondern als Pflaster-Kleber für die Gefühle.
Was kann ich tun?
Wenn es dir gerade nicht gut geht, musst du damit nicht allein bleiben. Du darfst dir Hilfe holen und mit jemandem darüber sprechen, dem du vertraust zum Beispiel deinen Eltern, einer anderen wichtigen Bezugsperson oder einer Person in der Schule.
Gemeinsam könnt ihr überlegen, ob eine Psychotherapie dir helfen kann. Wenn ja, wird ein Termin bei einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin oder einem Therapeuten vereinbart, damit du Unterstützung bekommst.
Psychotherapie Ablauf
Am Anfang gibt es ein erstes Kennenlernen, bei dem du einfach schauen kannst, ob du dich wohlfühlst. Danach werden wir gemeinsam in Ruhe besprechen, was dir schwerfällt und wobei du Unterstützung brauchst.
In den Terminen darfst du alles so machen, wie es für dich passt – reden, spielen, malen oder auch erstmal nur ankommen. Nichts davon ist richtig oder falsch, und du bestimmst das Tempo mit.
Mit der Zeit entsteht ein besseres Verständnis dafür, was in dir los ist, und wir finden gemeinsam Wege, die dir im Alltag helfen und dich stärken.
